Das Projekt

Liebe Berlinerinnen und Berliner,

Mein Name ist Jörg Berlin, ich bin 51 Jahre alt, Krankenpfleger und lebe sehr glücklich seit 19 Jahren mit meinem Mann zusammen. Gerade weil wir so viel Glück im Leben hatten und haben, wollen wir etwas für die Menschen tun, denen das Schicksal eine schwierige Situation aufgebürdet hat. Seit ein paar Jahren lassen wir uns etwas einfallen um Geld für die Berliner Stadtmission zusammen zubekommen. Am 1. Adventswochenende veranstalten wir mit Freunden und Bekannten in unserer Wohnung einen Weihnachtsmarkt, auf dem selbstgebackener Stollen, Quittengelee und viele Kleinigkeiten verkauft werden. Im letzten Jahr haben wir über 60 Adventsgestecke gebastelt und damit 2000 € zusammen bekommen. In diesem Jahr heißt unser Projekt -> Schal kaufen – Wärme schenken. Dafür habe ich am 20.12.2017 angefangen aus Wollresten und Wollspenden Schals zu häkeln. Um weiter zu häkeln brauche ich noch eine ganze Menge Wolle, gerne Reste, die in Ihren Schränken liegen und auf einen sinnvollen Einsatz warten . Ich würde mich auch sehr freuen, wenn Sie selbst zu Häkel- oder Stricknadel greifen und sich an unserem Projekt beteiligen. Wolle kann auch gern an mich geschickt oder vorbei gebracht werden. Außerdem bin ich noch auf der Suche nach einem passenden Ort für den Verkauf. Wenn sich ein Theater, ein Museum, ein Blumen- oder Friseurladen bereit erklären würden, dass ich dies bei ihnen tun darf wäre dies wunderbar. Ich möchte aber gleich darauf hinweisen, dass dies unentgeltlich geschehen muss, da ich die gesamten Einnahmen, ohne Abzüge, der Berliner Stadtmission zur Verfügung stellen möchte. 

Denn -> Ich habe einen Traum:

Ich steige in die U-Bahn Rathaus Spandau und fahre bis Rudow. Nichts.  Also steige ich in Bernau in die Bahn und fahre mit ein paar Mal umsteigen bis Krumme Lanke. Wieder nichts. Sollte die Berliner Stadtmission und die vielen Helfer in unserer Stadt es wirklich geschafft haben? Niemand mehr der durch die Bahnwaggons ziehen muss um Essen und Geld für eine Unterkunft erbetteln zu müssen. Vielleicht, ja ganz sicher, dauert es noch ein paar Jahre bis dieser Traum Wirklichkeit werden kann, aber wäre es nicht wundervoll wenn in unserer Stadt Berlin jeder Mensch ein Dach über dem Kopf hat und satt zu Essen?

Für diesen Traum setze ich mich gerne in jeder freien Minute hin und häkel was das Zeug hält. Jeder Schal ist ein Unikat und soll für 15 bis 25 € verkauft werden.

Wenn ich mit der Bahn unterwegs bin und Obdachlose ziehen durch die Waggons fühle ich mich nicht gut. Ich fühle mich unwohl, hilflos und manchmal, das gebe ich gern zu, belästigt. Wie muss es aber erst diesen Menschen gehen, die keine andere Chance sehen als uns zu belästigen? Was würden wir tun, wie würden wir uns verhalten, wenn wir in dieser Situation wären? Wir fühlen uns in unserer Lebenssituation relativ sicher und glauben, nie in so eine Lage zu kommen. Fakt ist, dass ein großer Teil von uns nur 3 bis 4 Monatsgehälter davon entfernt ist. Ich weiß nicht durch welche Umstände so viele Menschen ohne Obdach sind, was ich aber weiß ist, dass ich froh bin eine Wohnung zu haben, genug zu Essen und wenn mir kalt ist, habe ich eine Heizung die ich aufdrehen kann. Das wünsche ich mir für jeden Menschen in unserer Stadt.

Es hat nicht umsonst gelebt,
wer retten kann ein Herz,
das brechen will vor Lebensmüh,
wer lindert einen Schmerz.
Wer einer matten Drossel hilft,
die Heim zum Neste strebt,
hat nicht umsonst gelebt.
Emily Dickinson

Ich danke Ihnen für die Zeit die Sie sich genommen haben um sich diese Seite anzusehen und danke Ihnen vorab für ihre Hilfe.

Ihr Jörg Berlin